

KVG Pressestelle schrieb online
Die Planungen zur neuen Tram-Trasse sind abgeschlossen. Alle aktuellen Informationen und die Broschüre "Vom Piazza zum Schloss in 35 Minuten" finden Sie hier ...
Bauzeit: Die Baumaßnahme soll voraussichtlich im Frühjahr 2008 beginnen und teilt sich in zwei Teilprojekte:
- Umbau Wendeschleife Holländische Straße (Frühjahr/Sommer 2008)
- Neubau der Straßenbahnstrecke bis Vellmar Nord (Frühjahr 2008 bis Herbst 2009).
Kosten: 35 Mio. Euro (einschl. Planungskosten)
Bauziel: Neben einer attraktiven Verbindung zwischen den Städten Kassel und Vellmar soll der Steckenneubau auch für eine gute Verbindung innerhalb der Stadt Vellmar sorgen.
Die Ausgangssituation
Die Stadt Vellmar liegt nördlich der Stadt Kassel und weist mit rd. 19.300 Einwohnern ein hohes Potential für eine Tramanbindung auf. Obwohl die Stadt Vellmar über ein gutes Angebot an Einkaufsmöglichkeiten, Schulen und Freizeiteinrichtungen verfügt, stellt die Stadt Kassel als Oberzentrum ein wichtiges Ziel für die Bürger Vellmars dar.
Ebenso bestehen Verkehrsbeziehungen, insbesondere aus den nördlichen Stadtteilen Kassels, zu Arbeitsplätzen, Einkaufsmöglichkeiten und Freizeiteinrichtungen in Vellmar.
Die bestehende Straßenbahnstrecke der Linien 1, 2 und 5 in der Holländischen Straße im nördlichen Gebiet der Stadt Kassel endet heute an der Bunsenstraße / Schenkebier Stanne in einer Wendeschleife. Hier wird auch die Tram mit den Buslinien 19, 28, 44, 45, 46, 120 und 130 verknüpft.
Die Idee stammt aus den 80er Jahren
Erste Planungen für eine Straßenbahnverbindung von Kassel nach Vellmar sind auf Anfang der 80er Jahre zurückzuführen, als im Rahmen des sog. Langzeitkonzeptes eine Reihe von Straßenbahnverlängerungen innerhalb Kassels und ins Kasseler Umland vorgeschlagen wurden.
Nach einer längeren Pause begannen erste konkrete Planungen Ende der 90er Jahre. Zunächst entstand eine Machbarkeitsuntersuchung, danach eine Vorplanung mit Kostenermittlung und schließlich erfolgte in Abstimmung mit dem Hessischen Landesamt für Straßen- und Verkehrswesen eine Nutzen-Kosten-Untersuchung, die mit dem positiven Wert von 2,02 ihren Abschluss fand.
Aufgrund der sehr positiven Ausgangsdaten entschlossen sich die Stadt Vellmar, die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft AG und der Nordhessische VerkehrsVerbund zur Beauftragung der Entwurfs- und Genehmigungsunterlagen.
Die Tram kommt im 15-Minuten-Takt
Die geplante Straßenbahnstrecke verbindet die Stadt Vellmar mit dem Oberzentrum Kassel. Ab der heutigen Wendeschleife Holländische Straße ist eine rund 3,9 Kilometer lange Neubaustrecke in Richtung Norden vorgesehen.
Die geplante Verlängerung der Straßenbahnstrecke nach Vellmar verfolgt das Ziel, ein schnelles und klar erkennbares Verkehrssystem zusätzlich zu den Einzugsbereichen der DB-Strecken (RegionalBahn und RegioTram) und deren Stationen zu bauen.
Im Gegensatz zu dem heute stark verzweigten und schwer verständlichen Busnetz soll die Straßenbahn ein leicht begreifbares Linien- und Betriebskonzept aufweisen.
Durch die geplante Straßenbahnstrecke werden der westliche Teil des Stadtteiles Niedervellmar sowie der Stadtteil Frommershausen mit dem Stadtzentrum und öffentlichen Einrichtungen wie Rathaus, Schule, Hallenbad, Altenheim usw. direkt mit der Innenstadt von Kassel verbunden.
Es ist geplant, die Straßenbahnstrecke von der heutigen Wendeschleife über die Holländische Straße (B7/83), die Brüder-Grimm-Straße und die Landesstraße L 3386 bis nach Vellmar Nord zu verlängern.
Die Straßenbahnlinien 1 und 5 sollen während der Hauptverkehrszeit jeweils im 15 Minuten Takt die Neubaustrecke befahren, teilweise sogar in Doppeltraktion.
Während der Normalverkehrszeit wird lediglich eine Straßenbahnlinie im 15 Minuten Takt Vellmar anfahren. Die weitere Linie wird - wie heute - an der Wendeschleife Holländische Straße in Kassel enden.
In der Schwachverkehrszeit und Wochenendverkehrszeit wird, wie auf ähnlichen Streckenästen, (vorerst) eine Straßenbahnlinie im 30 Minuten Takt Vellmar bedienen.
Die verbleibenden Buslinien werden zeitgleich an die entsprechenden Straßenbahnlinien angebunden.
Von Vellmar zum Königsplatz in 17 Minuten
Durch die weitgehend geradlinige Streckenführung und das Entfallen von Umsteigevorgängen sind Reisezeitvorteile von bis zu sechs Minuten gegenüber der heutigen Busbedienung erzielbar.
Die Fahrzeiten der Straßenbahnstrecke betragen zwischen:
Vellmar Nord <=> Kassel Königsplatz => 20 Minuten
Vellmar Stadtmitte <=> Kassel Königsplatz => 17 Minuten
Berliner Straße <=> Kassel Königsplatz => 13 Minuten
Erfahrungsgemäß wird die Straßenbahnneubaustrecke durch die damit verbundenen Vorteile für die ÖPNV-Nutzer im Ergebnis zu einem deutlichen Anstieg der Fahrgastzahlen führen.
Der Streckenverlauf
Ab der Endstelle Holländische Straße verläuft die Trasse in einem Grünstreifen neben der Holländischen Straße, in Höhe Berliner Straße verschwenkt die Trasse in die Mitte der Holländischen Straße, verlässt dann im Bereich der Warburger Straße den unmittelbaren Straßenbereich der Holländischen Straße (B7/83) wieder, um mit der Haltestelle Dörnbergstraße näher an die besiedelten Gebiete heranzukommen. Die beanspruchten Flächen bestehen ausschließlich aus Straßenflächen oder Straßen begleitenden öffentlichen Grünflächen.
Unmittelbar hinter der Kreuzung mit den Straßen Zum Feldlager/Brüder-Grimm-Straße (neuer Kreisel) kehrt die Straßenbahnstrecke wieder parallel zur Bundesstraße zurück und fügt sich in die Straßen begleitende Böschung ein.
Nach rund 180 Metern wird ein privates Gewerbegrundstück teilweise beansprucht, um auf die Brüder-Grimm-Straße zu gelangen. Die Brüder-Grimm-Straße ist eine Haupterschließungsstraße des Stadtteils Niedervellmar in das Stadtzentrum. Die Trasse verläuft auf dem ersten Stück innerhalb des Straßenraumes, anschließend aber in einem Grünstreifen parallel zu dieser Straße bis zum Stadtzentrum am Rathaus.
Durch die beengten räumlichen Verhältnisse ist im unmittelbaren Stadtzentrum ein kurzes Stück der Tramtrasse eingleisig neben dem heutigen Straßenraum auszubauen.
Nach der Kreuzung der Frommershäuser Straße liegt die Strecke weiterhin in westlicher Seitenlage innerhalb der Landesstraße 3386. Teile der heutigen Landesstraße, geringe private Gartenflächen und begleitende Grünflächen einer öffentlichen Straße werden für den Trassenbau in Anspruch genommen. Für die Wendeschleife und die P+R Anlage an der Endstelle Vellmar Nord wird eine private, zurzeit als Ackerland genutzte Fläche, beansprucht. Diese Fläche muss noch erworben werden.
Das Einzugsgebiet der neuen Straßenbahnstrecke umfasst im fußläufigen Bereich (500 Meter Radius um die Haltestellen) rund. 9.000 Einwohner. Darüber hinaus liegen nahezu 1000 Arbeitsplätze an der Strecke.
Die Tram verkehrt auf der Holländischen Straße im ungewohnten Linksverkehr. So kann die Haltestelle Triftstraße als Mittelbahnsteig abseits des Autoverkehrs angelegt werden. Das Warten wird für die Fahrgäste dadurch angenehmer und ruhiger, als Zugang entsteht ein ebenerdiger Überweg. Der Umbau der Kreuzung schafft für den Autoverkehr zusätzliche Fahrbeziehungen über die Holländische Straße zwischen Triftstraße und Günterslohe.

Und hier hält die Tram:
Insgesamt entstehen neben dem Umbau der Endstelle Holländische Straße auf der Neubaustrecke die folgenden neuen Haltestellen:
Berliner Straße
Vellmar - Triftstraße
Vellmar - Dörnbergstraße
Vellmar Sporthalle
Vellmar Stadtmitte
Vellmar - Nordstraße
Vellmar - Musikerviertel
Vellmar - Nord (Endstation)
Barrierefrei nach Vellmar und zurück - technische Ausstattung
Die Bahnsteige aller Haltestellen haben eine Nutzlänge von 60 Metern. Ausnahme bildet die Haltestelle “žVellmar Stadtmitte” (ca. 78 Meter) wegen gemeinsamer Nutzung von Bus und Tram. Die Bahnsteigbreiten betragen je nach örtlicher Situation zwischen 2,50 Meter und 3,03 Meter für Seitenbahnsteige und ca. vier Meter für Mittelbahnsteige.
Die Höhe der Bahnsteige beträgt 20 cm über Schienenoberkante. Der Abstand der Bahnsteigkante zur Gleisachse beträgt 1,23 Meter, d.h. je nach Fahrzeugbreite beträgt der zu überbrückende Spalt zwischen Bahnsteigkante und Fahrzeug zwischen drei cm und acht cm.
In die Oberfläche der Bahnsteige ist ein Leitsystem für Blinde und Sehbehinderte integriert und taktil erfassbar.
Die Bahnsteige werden mit grauen Betonplatten eingedeckt. Die niederflurigen Einstiegsbereiche sind mit taktilen, gelb eingefärbten Betonplatten auf dem Bahnsteig gekennzeichnet. Zur Ausstattung der Bahnsteige gehören Leuchten, transparente, beleuchtete Fahrgastpavillons mit Sitzgelegenheiten und Fahrgastinfovitrine, Lautsprecheranlagen zur Durchsage von betrieblichen Änderungen, einem Leitsystem zur Orientierung und Information der Fahrgäste (Infostele, Richtungsschild, Stationsschild, sofern notwendig Park&Ride-Schild und Bike&Ride Schild), die gesetzlich vorgeschriebenen Haltestellen-Zeichen, teilweise Uhren, Anlehnstützen sowie Abfallbehälter.
Für Fahrgäste, die mit dem Rad zur Haltestelle kommen, werden Fahrradbügel zum Anschließen der Räder bereitgestellt, bei entsprechendem Bedarf auch abschließbare Boxen, die über die Stadt Vellmar gegen eine zu hinterlegende Kaution angemietet werden können.
Bahnsteige, die unmittelbar an Straßen grenzen, werden mit Spritzschutzwänden versehen. Die Überwege über die Gleise werden genauso behindertengerecht ausgeführt wie die Zuwege in Form von Rampen mit höchstens sechs Prozent Neigung.
Wer zahlt was?
Nach dem derzeitigen Stand werden die Baukosten für den Neubau der Straßenbahnverlängerung bis Vellmar Nord einschließlich des Umbaus der Wendeschleife Holländische Straße bei rund 32,4 Mio. € und die Planungskosten bei ca. 2,6 Mio. € liegen, insgesamt also ca. 35 Mio. €.
Der Baukostenanteil auf Kasseler Stadtgebiet beträgt dabei ca. 12,5 Mio. € (Planungskosten ca. eine Mio. €), der in Vellmar ca. 19,9 Mio. € (Planungskosten ca. 1,6 Mio. €).
Die zuwendungsfähigen Baukosten werden aufgrund der positiven Nutzen/Kosten-Untersuchung voraussichtlich durch das Förderprogramm des Landes nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) in einer Höhe von 75 Prozent bezuschusst. Durch Investitionsfördermittel aus dem Finanzausgleichsgesetz (FAG) des Landes Hessen kann die Förderung auf ca. 90 Prozent aufgestockt werden, so dass mit Zuwendungen in Höhe von ca. 29 Mio. € gerechnet werden kann.
Der Fehlbetrag der Betriebskosten, der nicht durch Fahrgeldeinnahmen abgedeckt werden kann, wird je zur Hälfte durch Regionalisierungsmittel über den Nordhessischen VerkehrsVerbund (NVV) und durch die Stadt Vellmar getragen.
Ebenso beteiligt sich der NVV an den Ausführungsplanungskosten mit einem Anteil von 50 Prozent.
Die Stadt Vellmar wird einmalig mit maximal vier Millionen Euro an den Bau- und Planungskosten beteiligt.
Für alle anfallenden Reparatur- und Unterhaltungskosten der Strecke kommt die KVG auf.
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